Arbeitsgemeinschaften

Wissenschaft und Kunst

Über die Arbeitsgemeinschaft

Beschreibung

Die Arbeitsgemein­schaft hat sich zur Aufgabe gemacht, zum einen das bisher noch viel zu wenig genützte Potential wechselseitiger Befruchtung anzusprechen, kreative Brücken zu schlagen und sinnvolle Kooperationen anzuregen, zum anderen für die Beschäftigung mit erkenntnis­theoretischen und gesellschafts­politischen Verbindungen zwischen Wissenschaft und Kunst und das an den österreichischen Universitäten vorhandene Wissenspotential verschie­de­ner Fachdisziplinen zu diesem Thema eine Plattform zu schaffen und dem Dialog zwischen den Kunstuniversitäten und den übrigen Universitäten neue Impulse zu geben.

Publikationen (Druckwerke)
Publikationen (Online)

Leitung

Univ.Prof. Dr. Otto Neumaier
otto.neumaier@sbg.ac.at
Institut: FB Philosophie a. d.Kultur-u. Ges.Wiss. Fakultät
Universität: Universität Salzburg

Weitere Mitglieder

NameInstitutUniversität
Univ.Prof. Dr. Christian Allesch FB PsychologieUniversität Salzburg
Univ.Prof. Dr. Reinhold Bertlmann Inst. f. Theoretische PhysikUniversität Wien
Dr. Bernhard Braun Inst. f. Christliche PhilosophieUniversität Innsbruck
Dr. Daniela Camhy Öst. Ges. f. KinderphilosophieN/A
Dr. Daniel Gethmann Inst. f. Architekturtheorie, Kunst- u. KulturwissenschaftenTU Graz
Univ.Prof. Dr. Wolfgang Gratzer Vizerektor f. Entwicklung u. ForschungUniversität Mozarteum Salzburg
Dr. Stefan Kutzenberger Inst. f. Europ. u. Vergl. Sprach- u. Literaturwiss.Universität Wien
Mag. Boris Manner Zentrum f. Kunst- u. WissenstransferUniversität f. angewandte Kunst Wien
Univ.Prof. Dr. Peter Mohn Center for Computational Materials ScienceTU Wien
Univ.Prof. Dr. Oswald Panagl FB LinguistikUniversität Salzburg
Prof. (FH) Dipl.Ing. Hannes Raffaseder N/AN/A
Univ.Prof. Dr. Anselm Wagner Inst. f. Architekturtheorie, Kunst- u. Kulturwiss.TU Graz

Aktivitäten

2014

Die ARGE veranstaltete 2014 ein Symposium zum Thema „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ am 9. und 10. Mai in Wien. Das Thema des Symposiums und sein Wortlaut sind dem Titel von Christian Grabbes grimmig-angriffslustiger Tragikomödie entlehnt, indem sie deren kritischen Panoramablick auf (allzu) menschliche Verhältnisse, auf Paradoxien und randständige Erscheinungen, auf seltsame Verstiegenheiten sowie ‚uneigentliche‘ Zustände in Wissenschaften und Künsten aufgreift, ohne freilich Grabbes destruktiven Sarkasmus und seine nihilistische Weltsicht zu übernehmen. Scherz meint in unserem Vorhaben den spielerischen Umgang mit Gegenständen und ihren Wechselbeziehungen, dazu die fiktionale Erhellung oder gar Auflösung des Faktischen. Satire bricht Vorgänge und Sachverhalte hintersinnig auf: ihr Zeigefinger schärft sich bisweilen zum Seziermesser, ihr Röntgenblick wechselt nicht selten von der glasklaren Diagnose zur therapeutischen Prognose einer Gegenwelt. Ironie bezeichnet als Stilmittel den semantischen Gegensatz zur manifesten Behauptung, die offenbare Diskrepanz zwischen sprachlicher Äußerung und realem Befund, die durch deutliche Signale evident wird. Von den zuletzt abgehaltenen Symposien erschien 2014 der Band „Der Gordische Knoten“.

2013

Beim Symposium „Grenzgänge zwischen Wissenschaft und Kunst“ im Arnold Schönberg Center in Wien wurde die populäre Annahme, dass uns Wissenschaften Erkenntnisse vermitteln, Künste hingegen Schönheitserlebnisse, ebenso zur Diskussion gestellt wie der „Trennzwang“ der Disziplinen, der insbesondere im Wissenschaftsbetrieb zu finden ist. Insbesondere die neueren Ansätze zu künstlerischer Forschung geben Anlass zu überprüfen, wo gegebenenfalls Grenzen verlaufen und welche Optionen für „Grenzgänger“ offen stehen. Neben der Frage nach möglichen „Grenzübergängen“ zwischen Wissenschaft und Kunst wurden bei diesem Symposium auch verschiedene Formen der „Grenzüberschreitung“ untersucht; nicht zuletzt ging es aber auch um Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft und Kunst, die sich aus der Tätigkeit in beiden Bereichen ergeben. Die Beiträge des Symposiums werden 2014 als Druckwerk zugänglich gemacht.

2012

Beim Symposium „Der Gordische Knoten. Lösungsszenarien in Wissenschaft und Kunst“ an der Akademie der bildenden Künste in Wien wurden zunächst Bedeutung und Vielfalt von Problemen am Beispiel der Frage, ob alles Leben Problemlösen sei, von Strategien zur Lösung paradoxer Situationen und des Phänomens der “gelösten Unlösbarkeit” in der Literatur behandelt. Dem Umgang mit Problemen in Wissenschaft und Kunst widmeten sich ein Beitrag, der wissenschaftliche Theorienbildung im Modell der Kunst deutete, ein weiterer Beitrag diskutierte die Problematik der (Un-)Möglichkeit künstlerischer Lösungen für soziale Probleme. In einem Gespräch mit den Tagungsleitern stellten sich zwei Künstler Fragen des Lösens von als nahezu unlösbar geltenden künstlerischen Problemen. Eine Lecture Performance erhellte auf künstlerisch-wissenschaftliche Weise die Grundlagen der Bewegung im Tanz. Die abschließende Sektion der Tagung widmete sich der Frage, wie Problemknoten entwirrt werden können, aus unterschiedlichen Perspektiven: aktuelle Herausforderungen und Anwendungen der mathematischen Knotentheorie, Stillstand und Fortschritt in politischen Langzeitkonflikten, spielerische Aspekte des Lösens und Beseitigens von Problemen.

2011

Beim Symposium „Wieviel Wissenschaft bekommt der Kunst?“ an der Akademie der bildenden Künste in Wien, dem zweiten einer Veranstaltungsreihe, die ausgewählte zentrale Aspekte des Verhältnisses von Wissenschaften und Künsten, von gemeinsamen Grundlagen und individuellen Besonderheiten behandeln soll, wurde diskutiert, ob die Betonung der Möglichkeit von Forschung in der Kunst mit deren Verwissenschaftlichung gleichzusetzen ist. Wenn – seitens der Wissenschaften wie auch von Kunstschaffenden – in Frage gestellt wird, ob Künstler forschen können, wird ein wissenschaftliches Verständnis von Forschung vorausgesetzt, und es wird zur Diskussion gestellt, ob Kunst dem entsprechen kann bzw. sollte. Der Verzicht auf diese Voraussetzung wirft andererseits die Frage auf, inwiefern in beiderlei Hinsicht von Forschung die Rede sein kann, ob wissenschaftlichen und künstlerischen Ansätzen bestimmte Formen der Recherche gemeinsam sind oder ob der Ausdruck „Forschung“ jeweils etwas ganz anderes bedeutet. Führen ähnliche Verfahren in Wissenschaften und Künsten zu jeweils anderen Ergebnissen und woran liegt dies gegebenenfalls? Oder gelangen im Bereich künstlerischer Forschung gänzlich andere Verfahren zum Einsatz, bedarf es also einer anderen Forschungsmethodologie als in den an Objektivität und intersubjektiver Nachvollziehbarkeit orientierten Wissenschaften? Welche Regeln liegen den sozialen Systemen Wissenschaft und Kunst jeweils zugrunde (und welche Entwicklungen sind diesbezüglich zu beobachten)? Unter den Teilnehmer aus dem In- und Ausland waren u.a. Vertreter aus 6 Bundesländern.

2010

Beim ersten einer Reihe von Symposien, die ausgewählte zentrale Aspekte des Verhältnisses von Wissenschaften und Künsten, von gemeinsamen Grundlagen und individuellen Besonderheiten behandeln und dabei vor allem den Fragen nachgehen soll, wie viel an Wissenschaft in künstlerischen Ansätzen zu finden bzw. dafür notwendig ist, welche Rolle Grenzgänge zwischen den verschiedenen Bereichen spielen oder inwiefern Disziplinen übergreifend Beiträge zur Lösung zentraler Probleme geleistet wurden und werden, standen als Ansätze Intuition, Experiment und Prozess im Mittelpunkt. Im Rahmen des Symposiums wurde auch der Tagungsband „Was aus Fehlern zu lernen ist – in Alltag, Wissenschaft und Kunst“ präsentiert.

2009

Veranstaltet wurden 2009 je ein Symposium zu den Themen „Fehler in Wissenschaft und Kunst“ (der Tagungsband steht kurz vor der Drucklegung) und „Resonanzen“, letzteres im Tanzquartier Wien sowie am Uni-Campus Altes AKH.

2008

Die ARGE wurde 2008 mit der Aufgabe eingerichtet, zum einen das bisher noch viel zu wenig genützte Potential wechselseitiger Befruchtung anzusprechen, kreative Brücken zu schlagen und sinnvolle Kooperationen anzuregen, zum anderen für die Beschäftigung mit erkenntnistheoretischen und gesellschaftspolitischen Verbindungen zwischen Wissenschaft und Kunst und das an den österreichischen Universitäten vorhandene Wissenspotential verschiedener Fachdisziplinen zu diesem Thema eine Plattform zu schaffen und dem Dialog zwischen den Kunstuniversitäten und den übrigen Universitäten neue Impulse zu geben. Vorausgegangen war als Pilotprojekt das Symposium „Kartografien der Empfindung / Cartographies of Sensations“ mit der Zielsetzung, Kartografien der Empfindung zwischen Affekt, Gefühl und Emotion zu erkunden, die sich in gleicher Weise auf neuere Entwicklungen in Wissenschaft, Philosophie und Kunst beziehen.