Arbeitsgemeinschaften

Kulturelle Dynamiken

Über die Arbeitsgemeinschaft

Beschreibung

Die Gestaltung des lebensweltlichen Umfeldes durch den Menschen und seine Verortung darin unterliegt ständigen Veränderungen. Angesichts des rasanten Tempos, der Komplexität und der Tragweite solcher Veränderungen stellt sich immer dringlicher die Frage, was unsere Kultur gegenwärtig ausmacht, woher Entwicklungen kommen und wohin sie steuern. Die transdisziplinäre ARGE Kulturelle Dynamiken hat es sich zum Ziel gesetzt, Orientierung in einer sich dynamisch entfaltenden Gegenwartskultur zu schaffen, indem sie systematisch durch diachrone und synchrone Kontextualisierungen Prozesse der Formation und Transformation untersucht.
http://kulturelle-dynamiken.sbg.ac.at/

Leitung

Univ.Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner
sabine.coelsch-foisner@sbg.ac.at
Institut: FB Anglistik
Universität: Universität Salzburg

Weitere Mitglieder

NameInstitutUniversität
Univ.Prof. DDr. Mariacarla Gadebusch Bondio Inst. f. Geschichte u. Ethik d. MedizinTU München
Univ.Prof. DDr. Franz Gmainer-Pranzl FB Systematische TheologieUniversität Salzburg
Univ.Prof. Dr. Karin Harrasser Abt. f. KulturwissenschaftKunstuniversität Linz
Univ.Prof. Dr. Timo Heimerdinger Inst. f. Geschichtswiss. u. Europ. EthnologieUniversität Innsbruck
Mag. Christopher Herzog FB Anglistik und AmerikanistikUniversität Salzburg
Univ.Prof. Dr. Roland Innerhofer Inst. f. GermanistikUniversität Wien
Univ.Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß Österrechischer WissenschaftsratN/A
Dr. Ingrid Pfandl-Buchegger Inst. f. AnglistikUniversität Graz
Univ.Prof. Dr. Roman Sandgruber Inst. f. Sozial- u. WirtschaftsgeschichteUniversität Linz

Aktivitäten

2016

Die ARGE widmet sich der Erforschung von Prozessen der Formation und Transformation, welche die gegenwärtige Kultur und unser Kulturverständnis prägen. Unter „kulturellen Dynamiken“ werden komplexe, ineinandergreifende, nicht lineare Mechanismen der kulturellen Produktion, Rezeption und Wahrnehmung verstanden, die historisch nicht abgeschlossen sind. Um gemeinsame Problemfelder wahrnehmen zu können, ist eine transdisziplinäre Herangehensweise Voraussetzung. Gegenstand der Forschung sind kulturelle Praktiken und Einrichtungen, Denkordnungen, ästhetische Artefakte und Formen des Kunstbetriebs. Auch Bereiche der Alltagskultur und des Bildungswesens gehören dazu.
Im Jahr 2016 wurde erneut eine Easter School in Salzburg, diesmal zum Thema “Doubles and Mirrors: Aesthetics and Festival Futures” durchgeführt.
Ziel war es, Themen und Fragestellungen aus den Haupttagungen zu den jeweiligen Forschungsclustern im Kontext aktueller kultureller Produktionen mit Nachwuchswissenschaftler/innen zu reflektieren.
Im Kontext der Osterfestpielproduktion von Verdis Otello diskutierten Dissertant/innen, fortgeschrittene MA-Studierende und junge Künstler/innen ästhetische Strategien der Verdoppelung und Spiegelung sowie deren Bedeutung in unterschiedlichen Gattungen und Kulturen. Die bisherigen Forschungscluster aufgreifend, standen Fragen der Identitätsformation und –fragmentation, der Kontinuität und Diskontinuität von individuellem und kollektivem Handeln im Mittelpunkt. Überdies veranstaltete die ARGE einen Habilitand/-innen-Workshop zum Thema „Doing Authenticity – Herstellung des Echten“ in Innsbruck, sowie ein zweitägiges Symposium zum Thema „Hybridisierung“ in Wien. Überdies erschien der zweite Tagungsband der ARGE mit dem Titel „Theatralisierung“.

2015

Die fortschreitende Vernetzung ihrer Forschungscluster ist wesentliches Anliegen der ARGE Kulturelle Dynamiken. Zu diesem Zweck finden neben den jährlichen Dezember-Haupttagungen in Wien („Memorialisierung“, 2013; „Theatralisierung“, 2014; „Transmedialisierung“, 2015) eintägige Arbeitssymposien für Habilitand/innen statt: „Invention and Memory in Biography“ (Universität Salzburg, Mai 2014); „Halbautomaten, Semisouveräne und Mittelbewusste“ (Kunstuniversität Linz, Mai 2015). Besonders erfolgreich gestaltet sich die mittlerweile einwöchige Salzburg Easter School in Kooperation mit den Osterfestspielen Salzburg. 2015 hinterfragten 12 internationale Doktorand/innen die verismo-Ästhetik von Cavalleria rusticana und Paglacci im Hinblick auf Philipp Stölzls Meilenstein-Inszenierung der beiden Kurzopern als filmisch aufgefächerte Parallelwelten, die – analog zum Karneval – durch das theatrale Spiel im Spiel die Wirklichkeit scheinbar subvertieren, dabei aber die großen Gefühle der handelnden Figuren aufdecken. Die dabei diskutierten Zusammenhänge zwischen erinnernden Aufführungstraditionen und medialer Umkodierung weisen bereits auf die bevorstehende Haupttagung vom 10.-11. Dezember zum Thema „Transmedialisierung“ in der Skylounge hin: Das Erkenntnisinteresse richtet sich sowohl auf transmediale Überführungen in Gesellschaft, Kunst und Kultur – von Technik und kognitiven Vorgängen in Daten für unterschiedliche Anwendungsbereiche (Lernen, Verhaltenstherapie) bis zur interaktiven Vermittlung von Lyrik – als auch, damit verbunden, auf die mediale Realisierung medienübergreifender Verfahren wie dem des Erzählens auf Bühne und Leinwand oder in Computerspielen. Auf den Punkt gebracht wird aus unterschiedlichen Disziplinen dem Spannungsverhältnis von medialer Transformation und Medienresistenz auf den Grund gegangen – einem Verhältnis, das man sich bildlich als Metamorphose vorstellen kann.

2014

Die ARGE widmet sich der Erforschung von Prozessen der Formation und Transformation, welche die gegenwärtige Kultur und unser Kulturverständnis prägen. Unter „kulturellen Dynamiken“ werden komplexe, ineinandergreifende, nicht lineare Mechanismen der kulturellen Produktion, Rezeption und Wahrnehmung verstanden, die historisch nicht abgeschlossen sind. Um gemeinsame Problemfelder wahrnehmen zu können, ist eine transdisziplinäre Herangehensweise Voraussetzung. Gegenstand der Forschung sind kulturelle Praktiken und Einrichtungen, Denkordnungen, ästhetische Artefakte und Formen des Kunstbetriebs. Auch Bereiche der Alltagskultur und des Bildungswesens gehören dazu. Im Juni 2014 fand ein Workshop zum Thema „Autobiography: Innovation and Memory“ statt, vorwiegend unter Beteiligung von Nachwuchswissenschaftler/-innen. Die Tagung dockte unmittelbar an den ‚Wahrheitsdiskurs‘, das lebensweltliche Umfeld, den sozialen Status von Autor/-innen und die gesellschaftspolitische Funktion des Erinnerns an. Überdies fand eine Veranstaltung mit Künstler/-innen zum Thema „Kulturfaktor Erinnerung“ u.a. mit Daniel Hope im Juni sowie die interdisziplinäre Haupttagung zum 2. Forschungscluster „Theatralisierung“ statt.

2013

Im Rahmen eines Symposiums widmete sich die ARGE „Kulturelle Dynamiken“ dem Begriff „Memorialisierung“. Mit diesem Begriff verbinden sich die menschliche Grunderfahrung der Veränderung und die kulturellen Kompensierungsstrategien, die dem Verlust das Überdauern entgegenhalten sollen, aber auch das Vergessen und der Umgang mit dem Vergangenen zum Entwurf der eigenen und der kollektiven Identität. Künstlerische Ausdrucksformen sind eng mit der Erinnerung verbunden, nicht nur im Sinne einer romantischen Poetologie, sondern allgemein in der Literatur- und Kunstgeschichtsschreibung sowie in Kanonisierungsdebatten, die ebenso Zeugnis dynamischer Überdauerungs- und Überlagerungsprozesse sind wie ästhetische Strategien des Life Writing. An Aktualität gewonnen hat die Diskussion um Kapazität, Optimierung und Beeinträchtigung des Gedächtnisses nicht zuletzt durch die kognitions- und biomedizinische Forschung sowie die Informationstechnologien. Wenngleich das Spannungsverhältnis zwischen Verlust und Bewahren, Tradition und Veränderung schlechthin als Triebfeder kulturellen Handels gesehen werden mag, so rücken Aspekte der Memorialisierung eine Reihe hochaktueller Fragen ins Blickfeld, die im Rahmen des Symposiums thematisiert wurden. Referiert haben u.a. Sir Mark JONES (Master of Saint Cross College, University of Oxford, former Director of the Victoria and Albert Museum London), Krzysztof POMIAN (professor of history, Nicolaus Copernicus University Torun; academic director of the Museum of Europe in Brussels); Hans FÖRSTL (Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, TU München) und Gabi DOLFF-BONEKÄMPER, (Professorin für das Fachgebiet Denkmalpflege am Institut für Stadt- und Regionalplanung, TU Berlin).