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ARGE "Kulturelle Dynamiken"

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MOTIVATION
‚Theatrale‘ Prozesse des Dar-Stellens, In-Szene-Setzens und Zur-Schau-Stellens setzen Öffentlichkeit voraus und stehen in einem Wechselverhältnis zu sich ändernden Seh- und Hörgewohnheiten. Sie haben in den vergangenen Jahrzehnten eine markante Ausweitung auf die Alltagswelt erfahren und unterschiedlichen Bereichen des kulturellen, sozialen und politischen Lebens etwas Dispositives und Ereignishaftes eingeschrieben. Die zweite Tagung der ARGE Kulturelle Dynamiken widmet sich unter dem Begriff »Theatralisierung« der Frage, wie theatrale Strategien auf unterschiedliche Bereiche kulturellen Handelns übertragen werden, welche Auswirkungen sie auf unsere sinnliche und ästhetische Wahrnehmung haben, wie neue Öffentlichkeiten Theatralität konstruieren, und wie das Theater selbst Referenz für Realität wird.
»Semiotik des Theatralen« beschäftigt sich mit der Gegenwartskultur als Zeichensystem und beleuchtet die theatralen Elemente damit verbundener Kommunikationsprozesse, Formen festlichen und feierlichen Interagierens sowie Inszenierungen von Wissen. Design und Kulisse sind elementare Bestandteile der Alltagskultur geworden, wobei Inszenierung, Ästhetisierung und vielfach Serialisierung Hand in Hand gehen. Besonderes Augenmerk kommt der Kultursemiotik des Körpers zu. Wie wird der Körper zum theatralen Zeichen? Die für das Theater wesentlichen Koordinaten Raum und Öffentlichkeit evozieren zudem brisante Fragen zu aktuellen Entwicklungen in der Gegenwartskultur. Wie wird Macht choreografiert und der öffentliche Raum durch theatrale Praktiken politisch semantisiert?
Die Kategorie »Ästhetik des Theatralen« widmet sich Fragen der ästhetischen Illusion, dem Wechsel zwischen Imagination und Realität sowie neuen Wahrnehmungspers- pektiven performativer Praxis. Während die »Semiotik des Theatralen« die referentielle Funktion von theatralisierten Zeichen der Alltagswelt betont, versteht die »Ästhetik des Theatralen« gesellschaftliche Bedeutungs-, Kommunikations- und Sinngebungsprozesse unter dem Blickwinkel einer ästhetischen Funktion, welche die Rolle des rezipierenden Subjektes bzw. die Wahrnehmung unterschiedlicher Inszenierungen betont. Wie werden einerseits kollektive Prozesse und Institutionen in Szene gesetzt, und wie wird die Wahr- nehmung durch den Einsatz neuer Medien und theatraler Mittel gesteuert? Wie erhalten andererseits Phänomene wie Liebe, Gewalt, Tod durch (medien-)theatrale Mittel öffentli- che Aufmerksamkeit?
Gleicherweise gilt das Erkenntnisinteresse der Tagung der »Poetik des Theatralen« im Hinblick auf die Poetizität und Vielfalt neuer und hybrider Erscheinungsformen und büh- nentechnischer Voraussetzungen. Neben der wechselseitigen Beeinflussung von Theater und Technik werden Übertragungsprozesse spezifischer Merkmale von einer in die andere Gattung untersucht: Wie werden traditionelle Bühnenelemente von nicht-performativen Gattungen übernommen, wie narrative Elemente in ein multimediales Theater übersetzt? Welche Vorbilder liefert das Theater für die Inszenierung des Subjekts? Schließlich wirft die Betrachtung künstlerischer Herangehensweisen den Blick vom Leben auf das Theater wieder zurück vom Theater auf das Leben.


Donnerstag, 4. Dezember 2014

14:00 – 14:15
Einleitung
Sabine Coelsch-Foisner

Semiotik des Theatralen

14:15 – 15:30
Stefan Hulfeld | Wien
»Theatralität: Zur Historiographie theatralen Interagierens zwischen Leben und Kunst«
Diskussion

15:30 – 16:00
Kaffeepause

16:00 – 17:15
Barbara Gronau | Berlin
»Ein vollständig bearbeiteter Raum: Totalität und Öffentlichkeit am Beispiel (post-)sowjetischer Inszenierungen«
Diskussion

17:15 – 18:30
Susanne Ude-Koeller | Erlangen
»Die Rolle ihres Lebens – als Leiche auf der Anatomie« Diskussion
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Freitag, 5. Dezember 2014

Ästhetik des Theatralen

09:00 – 10:15
Thomas Klie | Rostock
»Performanz, Performativität und Performance: Die Rezeption eines sprach- und theaterwissenschaftlichen Theoriefeldes in der Praktischen Theologie«

10:15 – 11:30
Jürgen Grimm | Wien
»Inszenierte Realität im Fernsehen – Kognitive und emotionale Effekte von Reality TV« Diskussion

11:30 – 12:00
Kaffeepause

12:00 – 13:15
Reinhard Haller | Maria Ebene
»Narzissmus als Selbstinszenierung«
Diskussion

13:15 – 15:00
Mittagspause

Poetik des Theatralen

15:00 – 16:15
Karin Harrasser | Linz
»Strände, Schwellen, Zwischenräume: Szenographien der Subjektwerdung« Diskussion

16:15 – 17:30
Werner Rammert | Berlin
»Agenten auf virtuellen Bühnen und Roboter auf realen Schauplätzen: Über Strategien der Theatralisierung im Feld der Technologien«
Diskussion

17:30 – 18:00
Kaffeepause

18:00 – 19:30

Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Komponisten Wilfried Hiller Musikalische Erläuterungen von Franziska Strohmayr, Violine
»Von der Welt zum Theater – vom Theater zur Welt«
Diskussion
Resümee

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