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Manfred Prisching (Hg.)
Postmoderne Tugenden? Ihre Verortung im kulturellen Leben der Gegenwart
Passagen 2000. 272 S. ATS 427.- EUR 31.- ISBN 3-85165-464-1

"Tugenden" sind unmodern. Der Begriff riecht nach Gestrigkeit, Verklemmtheit, Kleinbürgerlichkeit. Er gehört nicht in eine Gesellschaft, die sich als befreite, individualisierte, Erlebnis-Gesellschaft versteht.

Aber Tugenden sind auch modern. Es gibt ein neues wissenschaftliches Interesse an sozialintegrativen Phänomenen. In veränderter Begrifflichkeit — vom "Wertewandel" bis zur "Sozialintegration" — wird über Tugenden wieder gesprochen. Irgendetwas, meint man, muß doch diese Gesellschaft noch zusammenhalten. Alte Tugenden werden wiederentdeckt, oft unter anderen Begriffen (etwa die Solidarität einer "Zivilgesellschaft"), neue Tugenden entstehen (etwa die Rücksichtnahme auf die ökologische Belastbarkeit der Erde) So kann man die Tugenden in ihrem aktuellen Gehalt, Gestaltwandel, Aufstieg und Niedergang, ihrer besonderen Ausprägung in einer postmodernen Welt, welche Tugenden doch angeblich gar nicht mehr kennen soll, untersuchen.

Die Beiträge:

Manfred Prisching
Postmoderne Tugenden?
Aspekte einer unmodernen Problemstellung

Wolfgang Kersting
Konjunkturen der Tugend
Von Platon und Aristoteles bis zur Postmoderne

Richard Sturn
Tugend und moderne Ökonomie
Vom Nützlichen und Anständigen

Michael Baurmann
Freiheit und Tugend
Moralische Bedarfsdeckung durch die unsichtbare Hand?

Martin Wallroth
Psychologie der Tugend

Peter Koller
Die Tugenden, die Moral und das Recht

Peter Wilhelmer
Die Biologie der Tugend oder: Sind wir alle Egoisten?

Gerald Mozetic
Verborgene Tugenden?
Soziologische Reflexionen über Moral, Wertwandel und Gesellschaftsdiagnosen

Rudolf Richter
Von Tugenden zu Werten
Zur Struktur der Wertegesellschaft

Klaus Zapotocky
Tugenden und gesellschaftlicher Zusammenhalt
Auf dem Weg zu "Welttugenden"

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