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Oswald Panagl/ Walter Weiss (Hg.)
Noch einmal: Dichtung und Politik. Vom Text zum politisch sozialen Kontext, und zurück
(Studien zu Politik und Verwaltung, Band 69)
Böhlau Wien 2000. 15,5 x 23,5 cm. 468 S. Br. m. SU ATS 588,-/DM 84,-/sfr 76,-/EUR 42.73 ISBN 3-205-99289-X

Der Dialog zwischen Vertretern der Literaturwissenschaft und Forschern aus linguistischen und sozialwissenschaftlichen Disziplinen ist bisweilen gestört, besteht doch die Gefahr, dass literarische Texte voreilig und ohne sorgfältige philologische sowie literatursoziologische Aufbereitung, also 'unvermittelt' von den Nachbarwissenschaften benützt und vereinnahmt werden (Stichwort: Literatur als Steinbruch). Andererseits ist es ein beklagenswertes Defizit, wenn Sprachdenkmäler und Zeitzeugnisse von beträchtlicher stilistischer Qualität und hohem Reflexionsniveau der sprach- und sozialwissenschaftlichen Auswertung vorenthalten werden (Stigmawort: Literatur im Tresor).Eine Reihe namhafter Germanisten, Sprachwissenschaftler, Politologen, Soziologen und Historiker hat es sich in diesem Band zur Aufgabe gemacht, den längst überfälligen Brückenschlag zwischen den verschiedenen Disziplinen mit ihren unterschiedlichen methodischen Verfahren und theoretischen Modellen zu wagen. Gedichte Ingeborg Bachmanns, Gerhard Fritschs und Ernst Jandls sowie Prosatexte von Franz Kafka und Robert Musil dienen dabei als Grundlage für die fachspezifischen Interpretationsweisen und Textanalysen.

Die Beiträge:

Oswald Panagl, Walter Weiss
Vorwort

Wolfgang Mantl
Fiktionale Literatur und Politikwissenschaft. Erfahrungen in Forschung und Lehre

Manfred Prisching
Bilder von Wissenschaftlern in Literatur und Realität

Klaus Müller-Richter
Vom Nutzen und Nachteil des neuhistorischen Textbegriffs für die Literaturwissenschaft. Wie ist Literaturwissenschaft als Kulturwissenschaft denkbar?

Karl Müller
"Mir mahnendes Gedenken anderen Lebens bleibt...."
Beobachtungen zu Hugo von Hofmannsthals Idylle (1893)

Johann Holzner
Oszillation als stilistisches und politisches Signum zeitgenössischer Lyrik

Richard Reichensperger
Walter Benjamin und Johann Nestroy

Elisabeth Leinfellner
Der literarische Text als linguistisches und sozialwissenschaftliches Datum: ein adaptives evolutionäres Modell

Sigurd Paul Scheichl
Zum "Anti-Revolutions"-Monolog Kaiser Rudolfs II. in Grillparzers Bruderzwist

Reinhard Farkas
Roseggers Heimgarten - literarische Texte im Spannungsfeld übergreifender Dispositive.
Lebensform - Heimatdiskurs - Reagrarisierung

Arturo Larcati
"Großstädte der Intellektualität!" Inhaltliche und methodologische Überlegungen zum Verhältnis von Großstadt und Moderne im frühen 20. Jahrhundert

Christoph Leitgeb
Ironische Lebensläufe

Martin Reisigl
Literarische Texte als heuristische Quellen und kunstfertige Herausforderung für die Analyse gesprochener Sprache. Eine Fallstudie am Beispiel von Friedrich Glauser

Richard Schrodt
Tempus, Thema und Textstrukturen. Unterwegs zu einer Textlinguistik des Sinns

Lyrik-Diskussion

Texte
Ingeborg Bachmann, Große Landschaft bei Wien
Gerhard Frisch, Bilanz
Ernst Jandl, falamaleikum

Ernst Hanisch
Diskursbrüche. Von den 1950er zu den 1960er Jahren

Hans Höller
Ingeborg Bachmann. Große Landschaft bei Wien.
Die Erinnerung an einen freundschaftlichen Dialog aus dem letzten Jahrhundert

Wolfgang Mantl
Zeitgenossenschaft und Zeitkritik. Gedanken eines Politikwissenschafters

Horst Stürmer
Eine Klage über die Vereinnahmung der Natur, eine Verklärung der Kultur, ein verlorener Krieg

Karl Müller
"Bellend statt singend ... mit dem scharfen Gehör für den Fall ... oderfehlteiner?"
Einige Beobachtungen

Kurzprosa-Diskussion

Texte
Franz Kafka, Kleine Fabel
Robert Musil, Die Maus
Franz Kafka, Der Bau

Oswald Panagl
Überlegungen eines Linguistischen Lesers

Manfred Prisching
Neurose und Risiko - zwei spielerische Deutungen des Baus

Christoph Leitgeb
Der metaphysische Krach als Knallfrosch

 

Walter Weiss
Nachwort


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