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Zeitungen im Wiener Fin de siècle
Herausgegeben von Sigurd Paul Scheichl und Wolfgang Duchkowitsch
Veröffentlichungen der Österreichischen Forschungsgemeinschaft
1997. 283 Seiten, franz. brosch. öS 348,-/ DM 48,-/EUR 25.29
ISBN 3-7028-0351-3 Verlag für Geschichte und Politik Wien
ISBN 3- 486-56317-3 Oldenbourg Wissenschaftsverlag

Zum Buch:

Die vielfältigen kulturellen und wissenschaftlichen Anfänge modernen Denkens im Wien der Jahrhundertwende wären ohne eine - im wesentlichen liberale - Publizistik nicht denkbar gewesen, die diesen Neuansätzen mit Neugier und Skepsis gegenüber gestanden ist. Zum kreativen Milieu Wiens um 1900 haben die Zeitungen jener Zeit viel beigetragen, die Namen Austerlitz, Bahr, Chiavacci, Hanslick, Herzl, Hevesi, Pötzl, Salten sind bis heute nicht verblaßt.

Dem legendären Nachruhm der Zeitungen steht wenig konkretes Wissen über sie gegenüber. Obwohl sie wahrscheinlich die wichtigste Quelle für die Mentalitätsgeschichte der Zeit sind, kommen sie in der Erforschung der Wiener Jahrhundertwende kaum vor - auch deshalb, weil sie sich einer Analyse durch eine einzige wissenschaftliche Disziplin entziehen.

Der Band bringt Beiträge über die wirtschaftlichen Grundlagen der Zeitungen, bestimmte Zeitungen, bestimmte Textsorten und die Rezeption der Zeitungen durch die Schriftsteller. Dabei zeigt sich, daß Zeitungen wahrscheinlich die wichtigste Quelle für die Mentalitiätsgeschichte von Wien um 1900 sind. Der Band ist daher ein Plädoyer für eine stärkere Beachtung der Wiener Presse und füllt, auch durch ein Verzeichnis aller zwischen 1890 und 1910 erschienenen Tagesblätter und durch die Vorstellung wichtiger Hilfsmittel der Forschung, wenigstens einige Lücken in unseren mangelhaften Kenntnissen. Historiker, Publizistikhistoriker, Sprachwissenschaftler, Kunsthistoriker und Literaturhistoriker erhellen in insgesamt 16 Studien einzelne Aspekte der Beitrags der Tagespresse zur Wiener Kultur um 1900.

Aus dem Inhalt:

Wolfgang Duchkowitsch,
Verstellte oder hellsichtige Blicke? Zeitungskunde und Zeitungskultur.

Fritz Fellner
Die Zeitung als historische Quelle.

Edith Walter,
Ökonomische Aspekte der Wiener Presse um 1900.

Lorelies Ortner
Der Stil der Anzeigen in der Wiener Presse um 1900

Sigurd Paul Scheichl
"Im großen Styl der Kaiserlichen Redeweise". Beobachtungen zu Form und Stil der Leitartikel Moriz Benedikts in der "Neuen Freien Presse".

Arno Maierbrugger
Das "historische" Zeitungs-Feuilleton. Forschungsprobleme aus der Sicht der Kommunikationsgeschichte.

Monika Kollmann
Essayistinnen und Feuilletonistinnen der Wiener Jahrhundertwende. Eine Forschungslücke.

Ilona Sármány-Parsons
Auftakt zur Moderne. Kunstkritik der Wiener Tagespresse 1894.

Christine Adriaennsen
Die `antimodernistische´ Tätigkeit Max Nordaus.

Peter Leisching, Hugo Wittmann
Prosopographie eines eingewienerten Schwaben parieserischer Prägung.

Hannes Haas, Eduard Pölzl -
Korrekturen am Klischee.

Ulrike Lang
Die Wiener Literaten und die Zeitungen.

Ladislaus Lang
Die Österreichische Zeitschriftendatenbank an der Österreichischen Nationalbibliothek.

Eckart Früh
Jugend in Wien um 1900.

Hermann Sagl
Wiener Tageszeitungen 1890-1914.


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