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Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hat Europa eine Reihe gravierender politischer Veränderungen gebracht. Die wichtigsten darunter waren sicherlich der Zusammenbruch des kommunistischen Systems, die Wiedervereinigung Deutschlands, der Zerfall Jugoslawiens, die Teilung der ehemaligen Tschechoslowakei in zwei Staaten, das Aufkeimen rechtspopulistischer und neonazistischer Bewegungen, die geplante Osterweiterung der Europäischen Union und nicht zuletzt die erstmalige Bildung einer für Österreich neuartigen Regierungskoalition zwischen einer konservativen und rechtspopulistischen Partei sowie die damit einhergehenden internationalen Querelen. Um diese politischen Veränderungen und ihre linguistischen Konsequenzen zu untersuchen, veranstalteten die Herausgeber im November 2001 an der Universität Wien ein international und interdisziplinär besetztes Symposion. Die Beiträge des vorliegenden Bandes sind überarbeitete und vertiefte Versionen der Vorträge zu diesem Symposion.
Die Beiträge:
Helmut Gruber, Oswald Panagl, Florian Menz
Einleitung
Emil Brix
Die Rolle von Geschichte im politischen Wandel Mitteleuropas
Peter Gerlich
Aspekte des politischen Wandels
Christoph Reinprecht
Gesellschaftlicher und politischer Wandel in Mitteleuropa: Trends und Konfliktlinien
Ranko Bugarski
Sprachenpolitik in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien
Martin Wengeler
„Spaltung“, „Anerkennung“ und „Wiedervereinigung“. Die „deutsche Frage“ im politischen Diskurs der Bundesrepublik
Karin Birkner
Hegemoniale Kämpfe oder Wissenstransfer? Ost- und Westdeutsche im Bewerbungsgespräch
Gerd Antos
Inszenierte Sprachlosigkeit. Strategien der interaktiven Erzeugung von verbaler Unterlegenheit in der Kommunikation zwischen West- und Ostdeutschen
Angelika Brechelmacher
Österreichs Politik auf der Suche nach europäischer Identität.
Eine Analyse des politischen und medialen Diskurses zur Entwicklung und Akzeptanz von „europäischer Identität“ zur Zeit des österreichischen Ratsvorsitzes
Karin Liebhart
Österreichische Selbstbilder und der Blick auf die mitteleuropäischen Nachbarn nach „1989“
Alexander Pollak
Der „Anschluss“ im Mediendiskurs der Zweiten Republik. Politischer Wandel und die sich verändernden Konturen des medialen Geschichtsdiskurses zur „Anschlussfrage“ in Österreich
Harald Baßler
Russische, deutsche und angloamerikanische Zeitschriftenabstracts der Soziologie: Worin unterscheiden sie sich?
Jiří Nekvapil & Ivan Leudar
Mediale dialogische Netzwerke und politische Argumentation
Rudolf de Cillia
„Wie kommen wir eigentlich dazu, von der EU so schlecht behandelt zu werden?“ – Österreich„gespräch“ und Opferthese
Helmut Gruber
Das „Österreich-Gespräch“ – eine mediale Inszenierung der österreichischen Befindlichkeit nach der schwarz-blauen Wende
Gudrun Held
Sprachliche Strategien zur Konstruktion von Jörg Haiders negativem Medienbild in der französischen und italienischen Presse nach der schwarz-blauen Regierungsbildung. Ein Beispiel für die Personalisierung im aktuellen Journalismus
Ruth Wodak & Andras Kovacs
Nationale Identitäten in Zeiten supranationaler Herausforderungen: Debatten zum Thema NATO und Neutralität in Österreich und Ungarn
Oswald Panagl
Politische Veränderung – sprachlicher Wandel. Korrelationen, reziproke Einflüsse, Interdependenzen
Die AutorInnen