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Jürgen Nautz, Emil Brix (Hg.)
Zwischen Wettbewerb und Protektion &emdash; Zur Rolle staatlicher Macht
und wettbewerblicher Freiheit in Österreich im 20. Jahrhundert
Passagen Verlag 1998. 312 Seiten. 15,5 x 23,5 cm. Br. DM/sfr 68,-, öS
476,-, EUR 34.59 ISBN 3-85165-313-0
In der Analyse der politischen wie wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs im 20. Jahrhundert zeigen sich deutliche Kontrastierungen, ja Zäsuren. Während die österreichische Wirtschaft in den Jahren 1918 bis 1937 auf einem unbefriedigenden Niveau verharrte und die republikanischen Errungenschaften bald in Agonie verfielen, erfaßten das Österreich nach dem 2. Weltkrieg ein fulminanter Wirtschaftsaufschwung und ein gesellschaftlicher Modernisierungsschub.
Dieser Kontrast der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung zwischen der Ersten und der Zweiten Republik bildet die Untersuchungsbasis dieses Bandes. Gegenstand ist die jeweils spezifische "institutionelle Grundausstattung" &emdash; das sind Konkurrenzdemokratie und sozial abgefederte Marktwirtschaft &emdash; der Ersten und Zweiten Republik, die maßgeblich die gesellschaftliche Entwicklung beeinflußte. Durch diesen Ansatz verweben sich die Neue Institutionenökonomie und verwandte sozialwissenschaftliche Theorien mit der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und gewähren Einblick in die Basisinstitutionen moderner Gesellschaften.
Die Beiträge:
JÜRGEN NAUTZ
Politisches System, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in Österreich
EMIL BRIX
Staat und Zivilgesellschaft
OLIVER VOLCKART
Moderne Institutionenökonomik und wirtschaftshistorische Analyse
THOMAS EGER
Konkurrenz, Kooperation und die ökonomische Analyse langfristiger Verträge
PETER GERLICH
Interessensysteme und Politik. Kriterien der Evaluierung
ADALBERT EVERS, ULRICH RÖDEL
Zivilgesellschaft. Zum Forschungsprogramm des Frankfurter Instituts für
Sozialforschung und seiner Ausprägung im Bereich Sozialpolitik
ROBERT HOFFMANN
Wie bürgerlich war die Habsburgermonarchie? Einige Überlegungen zur
historischen Dimension der österreichischen Zivilgesellschaft
GERHARD AMMERER
Verein ö Genossenschaft ö Partei. Zum organisaatorisch-institutionellen
Aufbruch der Bauernschaft am regionalen Beispiel: Salzburg 1848 bis 1914
FRANZ BALTZAREK
Die Entwicklung des Wettbewerbsdenkens und der Marktchancen in Alt-Österreich
HARALD HAGEMANN
Zur Wirksamkeit ökonomischer Theorien in der europäischen Politik
der Zwischenkriegszeit. Die Rolle der Konjunkturforschungsinstitute
HANSJÖRG KLAUSINGER
Krisentheorien und Krisenpolitik in Österreich. Einige Anmerkungen zur
Rolle von Staat, Markt und Verbänden
THERESIA THEURL
Zum Wandel des währungspolitischen Paradigmas in der österreichischen
Wirtschaftspolitik des 20. Jahrhunderts
GÜNTHER CHALOUPEK
Österreichs Korporatismus aus der Sicht der Neuen Institutionenökonomie
GEROLD AMBROSIUS
Wirtschaftsraum Europa. Zur Entwicklung eines europäischen Institutionengefüges
LOTHAR HÖBELT
Civil Society vor und nach 1918
FELIX BUTSCHEK
Kontinuität oder Umbruch? Die Entstehung der Zweiten Republik
GERNOT STIMMER
Österreichs Eliten zwischen Leistungsprinzip und Gesinnungstüchtigkeit
Autorenverzeichnis