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Emil Brix, Rudolf Richter (Hg.)
Organisierte Privatinteressen. Vereine in Österreich
Passagen Verlag 2000. 194 Seiten. 15,5 x 23,5 cm. Br. DM/sfr 42,-, öS 294,-, EUR 21.37 ISBN 3-85165-402-1

Vereine bilden als freiwillige interessenbezogene Gruppenbildungen einen wesentlichen Bestandteil zivilgesellschaftlicher Interessensvertretung und des politisch-sozialen Systems demokratischer Herrschaft. In der internationalen Diskussion über zivilgesellschaftliche Modelle gelten sie als ein Gradmesser für das Funktionieren nationaler Gesellschaften, weil sie flexible Formen der Schaffung von Gemeinschaftsgefühl darstellen, Formen der Bürgerpartizipation und damit eine kontrollierende Gegenöffentlichkeit zu staatlichen Institutionen anbieten. In welchem Ausmaß erfüllen Vereine in Österreich diese Funktionen, und welche Rolle spielen organisierte Privatinteressen in der Weiterentwicklung der Demokratie?

Organisierte Privatinteressen werden oft als Alternative zu einem schwer finanzierbaren Sozialstaat gesehen. Dies ist nicht unproblematisch. Es ist prinzipiell zu fragen, inwieweit die Zivilgesellschaft mit ihren organisierten Privatinteressen und die europäische Idee des Wohlfahrtsstaates miteinander kompatibel sind.

Die Autoren verschiedener Fachdisziplinen befassen sich mit der Geschichte, der aktuellen Situation und den Perspektiven des Vereinswesens in Österreich und bieten eine Einführung in den aktuellen Diskussionsstand aus historischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Es wird erstmals eine umfassende kritische Analyse des österreichischen Vereinswesens und seiner Bedeutung für das gesellschaftliche Leben in Österreich vorgelegt.

Die Beiträge:

RUDOLF STICHWEH
Soziologie des Vereins. Strukturbildung zwischen Lokalität und Globalität

HANS PETER HYE
Zum Vereinswesen in der Habsburgermonarchie

UWE BAUR
Kulturelle Repräsentation, Gewerkschaft und informelle Gruppenbildung am Beispiel der Schriftstellervereine in Österreich bis 1945

JÜRGEN NAUTZ
Organisationskultur in Österreich am Beispiel der Vorfeldorganisationen

HERBERT DACHS
Politische Vereinsdialektik. Österreichs Vereine zwischen parteipolitischer Durchdringung und freier Konkurrenz

MANFRIED WELAN
Österreichischer Pluralismus zwischen Organisationsfreiheit und Organisationshoheit

HEINZ KREJCI
Zur rechtlichen Ordnung ideeller Vereine

PETER A. ULRAM
Soziodemographie und Motivation bürgergesellschaftlichen Engagements in Österreich

RUDOLF RICHTER
Temporäre Organisiertheit. Deinstitutionalisieren Bürgerinitiativen die Zivilgesellschaft?

KLAUS ZAPOTOCZKY
Vereine als Spiegelbilder der (Zivil)-Gesellschaft?

CHRISTOPH BADELT
Nonprofit-Organisationen und der Wohlfahrtsstaat

Autorenverzeichnis


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