Barbara
Hohn (Freiinger)
wurde 1939 in Klagenfurt geboren und
wuchs in Wien auf, wo sie an der Universität Biochemie studierte.
Nach dem
Abschluss ihrer Dissertation über „Physiology and genetics of a
cistron of the bacteriophage
fd“ am Max Planck Institut für Virusforschung in Tübingen
übersiedelte sie 1967
als Postdoktorandin zu Don Marvin an die Yale University, wo sie ihre
Studien
über den Bakteriophagen fd mit Untersuchungen zur DNS Synthese
während des
frühen Infektionsstadiums fortsetzte. 1968 arbeitete sie für
mehrere Jahre bei
David Korn an der Stanford Medical School über die Replikation von
Episomen. Ab
ihrem Umzug an das neu gegründete Biozentrum der Universität
Basel im Jahre
1971 konzentrierte sie sich auf die Morphogenese des Bakteriophagen
lamda und
lieferte wichtige Beiträge zum Mechanismus des Prozesses,
über den das lange
DNS-Genom im „Kopf“ dieses Bakteriophagen dicht verpackt wird. Diese
Untersuchungen
lieferten auch einen der ersten Hinweise auf die Rolle eines
morphogenetischen
Proteins (GroEp), das sich später als Teil eines wichtigen
Chaperone-Systems
herausstellte. 1978 wurde Barbara Hohn Mitglied des
Friedrich-Miescher-Institute for Biomedical Research in Basel, wo sie
ihre
Untersuchungen an Pflanzenzellen zur Genexpression, zur genetischen
Transformation mit Hilfe des Bakteriums Agrobacterium
tumefaciens und zu den Mechanismen und der Vererbung epigenetischer
Änderungen begann. Diese Arbeiten gipfelten in der Erkenntnis,
dass Stress in
Pflanzen das Erbgut epigenetisch beeinflusst und dass diese
Modifikationen an
nachkommende Generationen vererbt werden können. Die
wissenschaftlichen
Arbeiten Barbara Hohns erfuhren weltweite Würdigung. Barbara Hohn
war
Gründungsmitglied der Academia Europaea und wirkte als Mitglied
des Schweizer
Nationalen Forschungsrates, verschiedener Gremien der Europäischen
Molekularbiologie-Organisation EMBO, sowie auch der Human Frontier
Science
Programme Organisation. Sie ist Mitglied des Scientific Advisory Board
des Gregor
Mendel Institute of Molecular Plant Biology, Wien, Korrespondierendes
Mitglied
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Foreign Member
of the Royal
Society, sowie Trägerin des Wissenschaftspreises der Stadt Basel.
Sie ist mit
dem Molekularbiologen Thomas Hohn verheiratet und Mutter zweier
Söhne.