Kartografien der Empfindung

Zwischen Emotion, Gefühl und Affekt
in Kunst, Philosophie und Wissenschaft


14. – 15. November 2008

Aula des Uni-Campus Altes AKH
Hof 1, Alserstraße 4, 1090 Wien


Die Mitwirkenden:

Franco Berardi Bifo ist Medientheoretiker und Medienaktivist. Er unterrichtet soziale Geschichte der Kommunikation an der Akademie Bildender Künste Mailand. In den 1970er Jahren gründete er das Magazin A/traverso (1975-1981) und war Mitarbeiter bei Radio Alice, dem ersten freien Radiosender in Italien. Sein letztes Buch RUN (2008, in Zusammenarbeit mit dem Mathematiker Alessandro Sarti) beschäftigt sich mit dem Verhältnis Kunst und Biotechnologie.  Er ist Mitherausgeber des Magazins Derive/Approdi.

Reinhold Bertlmann studierte technische und theoretische Physik sowie Mathematik in Wien. Er arbeitete u.a. am Joint Institute for Nuclear Research in Dubna (Russland), am CERN, an der Universität Paris-Süd und am CNRS. Seit 1987 ist er ao. Universitätsprofessor an der Universität Wien und arbeitete oder arbeitet u.a. mit John Stewart Bell, Walter Thirring und Anton Zeilinger zusammen Er beschäftigt sich in der Quantenphysik u.a. mit verallgemeinerten Bellschen Ungleichungen, Verschränkung, Dekohärenz und geometrischen Eigenschaften.

Bady Minck lebt als Künstlerin und Filmemacherin in Wien in Luxemburg, wo sie im Spannungsfeld zwischen Film und bildender Kunst arbeitet. Ihre Werke finden ebenso Verbreitung in Kinos, Kunsthallen oder Museen wie im öffentlichen Raum und im World Wide Web. Sie ist Kreatorin des Elektrofrühstücks, Konstrukteurin der Elektrozellen sowie Entwicklerin der Magenalphabetisierungsaktionen. Ihre Filme wurden zu über 300 internationalen Filmfestivals eingeladen, u.a. nach Cannes und Berlin, und fanden Eingang in die Sammlungen des Centre Pompidou und der Lexington Kentucky University, USA.

Claudia Mongini studierte zunächst Physik an der Universität Turin und unternahm Forschungen zur Anwendung der Chaostheorie auf die Neurowissenschaften, ehe sie sich in Wien der Philosophie und Kunst zuwandte. Seit 2001 beschäftigt sie sich mit Fragen im Grenzbereich von Künsten und Wissenschaften, und zwar sowohl aus der Perspektive des künstlerischen Schaffens als auch von theoretischen Untersuchungen.

Otto Neumaier studierte Philosophie und Germanistik in Innsbruck. Seit 1980 arbeitet er am Institut für Philosophie der Universität Salzburg (seit 2005 als ao. Professor), mit Schwerpunkten in den Bereichen Ethik, Ästhetik und Philosophische Anthropologie. Neben diversen Buchpublikationen als Autor und Herausgeber Mitherausgeber der Zeitschriften Conceptus, Zeitschrift für Philosophie und Frame. The State of the Art (bis 1999: Noëma. Art Journal).

Patricia Pisters ist Professorin für Filmtheorie in Amsterdam. Sie ist Herausgeberin und Autorin der Filmzeitschrift Skrien, Mitarbeiterin des Internationalen Filmfestivals Rotterdam und Beraterin des Niederländischen Fonds für die Produktion von Kultursendungen. Auch ist sie Mitglied im Beirat der Dutch Directors Guild. Zu ihren Interessen in Lehre und Forschung zählen filmphilosophische Fragen über die Natur der Wahrnehmung, die Ontologie des Bildes und die Vorstellung vom Gehirn als Projektionsfläche. Damit beschäftigt sie sich auch im Medien- und Kulturprogramm (Projekt The Rhizotorium) der Amsterdam School for Cultural Analysis.

Tyyne Claudia Pollmann studierte von 1979 bis 1990 Medizin und Kunst an den Universitäten in Düsseldorf und Berlin. Sie ist Gastprofessorin für freie Kunst in Braunschweig und Bern. Internationale Ausstellungen u.a. in der Shedhalle Zürich, bei den Kunst-Werken Berlin, der Expo 2000 in Hannover, in der Kunsthalle Meran sowie bei der Biennale Bern. Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen (z.B. den Preis des Deutschen Künstlerbundes).

Maria Reicher ist Philosophin an der Universität Graz; zu ihren Spezialgebieten zählen Ontologie, Logik und Ästhetik. Von 2001-2003 war sie Inhaberin einer Hertha-Firnberg-Nachwuchsstelle, von 2004-2006 leitete sie das Forschungsprojekt "Werke, Texte und Interpretation", welches sich mit der Schnittstelle zwischen Ontologie von literarischen Werken, Texten und Bedeutungen, sowie der Natur der literarischen Interpretation beschäftigte.

Ignacio Vallines lehrt und forscht an der Abteilung für experimentelle Psychologie der Universität München. 2007 promovierte er im Fach Psychologie an der Universität Regensburg. Seine Forschungsinteressen gelten der neuronalen Kontrolle sakkadierter Augenbewegungen zur Regulierung der Aufmerksamkeit in der visuellen und parietalen Kortex sowie der funktionellen Magnetresonanztomographie fMRI). In letzter Zeit ist er an der Entwicklung einer neuen Methode beteilig, um Effekte eines Filmes im menschlichen Gehirn festzustellen.

Gerhard E. Winkler lebt als Komponist in Salzburg. Ab 1999 entwickelte er das Konzept des "Realtime-Scores" und interaktiver Computer-Environments für MusikerInnen und führte es auch in partiturgebundenen Arbeiten ein. Seine Werke werden bei Festivals wie z.B. Wien modern, Opernbiennale München, IRCAM/Centre Pompidou, Salzburger Festspiele, Steirischer Herbst, etc. aufgeführt. Dzt. arbeitet er an Auftragswerken für das Radio-Symphonie-Orchester Wien und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Stephen Zepke ist freischaffender Forscher in Wien. Er hat zahlreiche Aufsätze veröffentlicht, in denen er den Grenzbereich von Kunst, Philosophie und Politik erkundet. Zuletzt hat er das Buch Art as Abstract Machine. Ontology and Aesthetics in Deleuze and Guattari (Routledge, 2005) veröffentlicht. Der von ihm (gemeinsam mit Simon O'Sullivan) herausgegebene Band Deleuze, Guattari and the Production of the New soll bei Continuum erscheinen.

Flavia Zucco ist wissenschaftliche Leiterin des Instituts für Neurobiologie und Molekulare Medizin am Consiglio Nazionale delle Ricerche in Rom. Ihre Forschungsinteressen umspannen die Bereiche In-vitro-Toxikologie, In-vitro-Zelldifferenzierung sowie Bioethik. Seit 1988 widmet sie sich auch dem Thema Frau und Wissenschaft. Im Jahr 1998 wurde sie vom CNR in die Kommission für die Förderung von Frauen in der Wissenschaft berufen. Sie ist Präsidentin der AWIS (Association for Women in Science) in Italien.