Das Präsidium der Österreichischen Forschungsgemeinschaft
lädt zur Verleihung des

Ludwig Wittgenstein-Preises 2006
der Österreichischen Forschungsgemeinschaft

an

Professor Dr. Helmut Rauch

am Samstag, dem 7. Oktober 2006, um 11.00 Uhr s.t.
im Festsaal der Technischen Universität Wien,
Karlsplatz 13

Anmeldung
Anmeldung

 


Begrüßung


Heinrich NEISSER, Präsident der Österreichischen Forschungsgemeinschaft
Walter BERKA, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates

Laudatio

Gottfried MAGERL

Überreichung des Preises

Festvortrag

Helmut RAUCH

KEIN ENDE NATURWISSENSCHAFTLICHER FORSCHUNG !

Musik

Werke von György Ligeti und Kurt Schwertsik
sowie eine Uraufführung ("quantensprünge") von Hannes Raffaseder
Ausführende: das Bläserquintett QuinTonic

Im Anschluß bittet der Rektor der Technischen Universität Wien zu einem Glas Wein


HELMUT RAUCH wurde 1939 in Krems an der Donau geboren. Dem Abschluss des Bundesrealgymnasiums folgte das Studium der Technischen Physik an der TU Wien, wo er 1965 als einer der ersten am Atominstitut der Österreichischen Universitäten dissertierte und sich 1970 für das Fachgebiet „Neutronen- und Reaktorphysik“ an der TU Wien habilitierte. Unter seinen Lehrern waren es besonders G. Ortner und F. Regler, die ihn prägten. 1972 erfolgte die Berufung zum ordentlichen Universitätsprofessor für Experimentelle Kernphysik an der TU Wien sowie die Übernahme der Leitung des Atominstituts, die er bis 2005 innehatte. Dem Institut für Experimentelle Kernphysik der TU Wien stand er von 1972-1979, dem Institut für Kernphysik, abwechselnd mit E. Eder, von 1980-1996 vor. Im Jahr 1974 gelang es Rauch gemeinsam mit seinen Kollegen Treimer und Bonse erstmals, die Wellennatur von monochromatischen Neutronen, also von Strahlen massiver Partikel, durch Interferenz zu beobachten. Noch verblüffender waren Experimente zur Selbstinterferenz einzelner Neutronen, die in einer makroskopischen Versuchsanordnung den Nachweis der Nichtlokalität und Nichtseparabilität des Quantengeschehens erbrachten. Weitere Aufsehen erregende Versuche betrafen die 4π-Symmetrie von Spin-1/2-Teilchen und die Spin-Superposition im makroskopischen Experiment. 1979-1980 erfolgte ein einjähriger Gastaufenthalt an der Kernforschungsanlage Jülich. Im Zuge eines Forschungsaufenthaltes am Hochflussreaktor des Institut Laue-Langevin in Grenoble gelang 1983 durch Experimente zum Energieaustausch zwischen Neutronen und Magnetfeldern der Nachweis, dass eine quantenphysikalische Messung die Phasenbeziehung von Materiewellen nicht (zer)stört. Weitere von Helmut Rauch in Grenoble durchgeführte Versuche legten die Deutung nahe, dass dasselbe Neutron zu jedem Zeitpunkt als Welle UND als Teilchen existiert. 1985-1990 übernahm Helmut Rauch die Funktion des Vizepräsidenten, 1991-1994 des Präsidenten des FWF. Von seinen zahlreichen weiteren Funktionen seien erwähnt: Mitglied des Wissenschaftlichen Rats der Europäischen Spallationsquellen (1992-2003), des Executive Council der European Science Foundation (1996-1999), des Executive Council der European Neuron Association (seit 1999). Helmut Rauch ist u.a. Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Academia Europaea und der Deutschen Akademie der Naturforscher „Leopoldina“ Halle.


Mit dem LUDWIG WITTGENSTEIN-PREIS
DER ÖSTERREICHISCHEN FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT
soll aus gegebenem Anlaß, jedoch höchstens einmal im Jahr, entweder die hervorragende Leistung einer Persönlichkeit oder ein hervorragendes Werk auf wissenschaftlichem Gebiet ausgezeichnet werden. Der Preis kann einem Wissenschaftler sowohl für eine außergewöhnliche einzelne Leistung als auch für mehrere, ein Gesamtwerk bildende Arbeiten verliehen werden. Der Ludwig Wittgenstein-Preis soll grundsätzlich nicht geteilt werden. Nur im Falle der Auszeichnung eines wissenschaftlichen Werkes wird der Preis gemeinsam an die daran beteiligten Wissenschaftler vergeben. Der Ludwig Wittgenstein-Preis kann sowohl an Personen vergeben werden, die sich durch ihre wissenschaftliche Arbeit um die Forschung in Österreich Verdienste erworben haben, als auch an solche, deren wissenschaftliches Werk für Österreich von außergewöhnlicher Bedeutung ist. Die hervorragende wissenschaftliche Leistung des in Aussicht genommenen Preisträgers muß nach internationalen Maßstäben beurteilt werden. Kandidaten für den Ludwig Wittgenstein-Preis können nur von Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirates der Österreichischen Forschungsgemeinschaft vorgeschlagen werden. Der Wissenschaftliche Beirat entscheidet – allenfalls nach Heranziehung ausländischer Gutachter – über die eingebrachten Vorschläge. Die Entscheidung des Wissenschaftlichen Beirates wird dem Präsidium der Österreichischen Forschungsgemeinschaft zur endgültigen Beschlußfassung vorgelegt.

Bisherige Preisträger: Ernst Gombrich (1988), Viktor F. Weisskopf (1990),
Oleh Hornykiewicz (1993), Ottokar Uhl (1996), Hermann A. Haus (1997), Peter L. Berger (2000), Hans Tuppy (2002), Carl E. Schorske (2004)

Ludwig Wittgenstein Preis der ÖFG