Österreichische Forschungsgemeinschaft
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und
Wasserwirtschaft
Diplomatische Akademie Wien
laden zur Konferenz
8. - 9. Mai 2006
Diplomatische Akademie
Favoritenstraße 15, 1040 Wien
(nahe U1 Station Taubstummengasse)
10.00 Eröffnung
JIRI GRUSA, Diplomatische Akademie
WERNER WUTSCHER, BMLFUW
EMIL BRIX, Österreichische Forschungsgemeinschaft
Staat und Zivilgesellschaft:
Geschichte und Perspektiven einer delikaten Beziehung
Traditions of societal self-determination and state regulation in Europe
JÜRGEN KOCKA, Berlin
Europeanization, growing civil society and the future of policy making
in Europe
PHILIPPE SCHMITTER, Florenz
The future of the state sector in Austria: Perspectives of co-operation
and delimitation between state and civil society
EMIL BRIX, Wien
Diskussion
13.30-14.30 Mittagspause
Ende oder Neugeburt des Staates?
State and civil society. Traditions and new forms of governing
JAN KUBIK, New Brunswick
Political participation in a global world: Questions raised by
democratic theory and the concept of nation state
SIBYLLE HARDMEIER, Berlin
15.45-16.15 Kaffeepause
Die künftige Entwicklung der
Staatstätigkeit und Staatsorganisation in Österreich
Wieviel und welchen Staat braucht Österreich im 21. Jahrhundert?
PETER BUßJÄGER, Innsbruck
The retreat of the state: New forms of governance in the field of
international environmental policy
WERNER WUTSCHER, Wien
Diskussion
17.45-18.15 Kaffeepause
Ziviler Dialog mit dem Staat:
Perspektiven einer europäischen Zivilgesellschaft
Round Table, organisiert von CEDAG – Comité européen des
associations d'intérêt général
(Europäisches Komitee für Vereine und freie Verbände)
PATRICK de BUCQUOIS (BE)
ANNE DAVID (FR)
MARIAN HUC (SLO)
NOLAN QUIGLEY (UK)
ARIANE RODERT (S)
RITA TRATTNIGG (AT)
CHRISTIANA WEIDEL (AT)
9.15
Grenzen der Zivilgesellschaft
Wirtschaft und Zivilgesellschaft - zwei verschiedene Welten?
JÜRGEN NAUTZ, Wien
Individual, family, state and civil society
PAUL GINSBORG, Florenz
Diskussion
Kaffeepause
Staat, Zivilgesellschaft und Bürgerrechte in der demographischen
Falle?
HERWIG BIRG, Bielefeld
Nachhaltige Politik – Akteure und Kontexte ihrer Operationalisierung
EMANUEL RICHTER, Aachen
Diskussion
13.00-14.00 Mittagspause
New Governance, Staat und
Zivilgesellschaft
Beyond advocacy: Governance and civil society organizations
ANNETTE ZIMMER, Münster
Europeanization of the EU member states and the evolution of New
Governance
GERDA FALKNER, Wien
Civil or civic renewal? Implications for civil society
VERONIQUE JOCHUM, London
Diskussion
17.00-17.30 Kaffeepause
Was soll bleiben?
Zukunftsperspektiven des
Verhältnisses zwischen Civil Society und Staat in Österreich
Es diskutieren:
MAGDA BLECKMANN (BZÖ)
JOSEF CAP (SPÖ)
MICHAELA MOSER (Armutskonferenz)
CHRISTIAN NEUGEBAUER (Glocalist)
MICHAELA SBURNY (Die Grünen)
WALTER TANCSITS (ÖVP)
Moderation: Josef Leidenfrost, Wien
Ca. 19.00 Ende der Tagung
Univ.Prof. Dr. HERWIG BIRG, Institut für Demographie,
Allgemeinwohl und Familie, Bielefeld
Botschafter Dr. EMIL BRIX, Generalsekretär der
Österreichischen Forschungsgemeinschaft
Univ.Doz. Dr. PETER BUßJÄGER, Direktor des Vorarlberger
Landtages; Direktor des Instituts für Föderalismus, Innsbruck
Univ.Prof. Dr. GERDA FALKNER, Dept. of Political Science, Institut
für Höhere Studien (IHS), Wien
Univ.Prof. Dr. PAUL GINSBORG, Facoltà di Scienze Sociali e
Politiche, Universität Florenz
Botschafter Dr. JIRI GRUSA, Direktor der Diplomatischen Akademie Wien
Dr. SIBYLLE HARDMEIER, Forschungsprof.„Geschlechtergerechtigkeit“,
Wissenschaftszentrum Berlin
Dr. VERONIQUE JOCHUM, National Council for Voluntary Organisations,
London
Univ.Prof. Dr. JÜRGEN KOCKA, Präsident des
Wissenschaftszentrums Berlin; Professor für Neuere Geschichte,
Friedrich-Meinecke-Institut, Freie Universität Berlin
Univ.Prof. Dr. JAN KUBIK, Department of Political Science, Rutgers
University, New Brunswick
Univ.Doz. Dr. JÜRGEN NAUTZ, Institut für
Volkswirtschaftslehre, Universität Wien,
geschäftsführender Leiter der Arbeitsgemeinschaft „Wege zur
Civil Society in Österreich“ der ÖFG
Univ.Prof. Dr. EMANUEL RICHTER, Inst. f. Politische Wissenschaft, RWTH
Aachen
Univ.Prof. Dr. PHILIPPE SCHMITTER, Department of Political and Social
Sciences, European University Institute, Florenz
Mag. WERNER WUTSCHER, Generalsekretär des Bundesministerium f.
Land- u. Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Univ.Prof. Dr. ANNETTE ZIMMER, Institut für Politikwissenschaft,
Universität Münster
Staat und Zivilgesellschaft: Das sind
die klassischen, voneinander
abgegrenzten Sphären, die den Diskurs über die Geschichte und
Zukunft unserer politischen Systeme bestimmen. Während die
Konzepte von Zivilgesellschaft in den normativen Debatten ebenso wie in
der praktischen Umsetzung erheblich an Einfluß gewonnen haben,
wird der Staat immer wieder in Frage gestellt. Die Probleme des Staates
in Europa sind erzeugt aus einem Zusammenwirken von Finanznot der
öffentlichen Hände, Europäisierung und Globalisierung.
Die Wirkungsmächtigkeit des Nationalstaates scheint rapide zu
schwinden. Die Prognosen lauten von der zukünftigen
Bedeutungslosigkeit des Nationalstaates bis hin zu Überlegungen zu
dessen Neudefinition auf der Basis einer geänderten
Aufgabenverteilung zwischen Individuen, Zivilgesellschaft und Staat. In
beiden Fällen kommt den Einzelnen und den zivilgesellschaftlichen
Organisationen ein höheres Maß an Bedeutung bei der
Realisierung eines „guten Lebens“ zu. Wenn wir einmal davon ausgehen,
daß der Nationalstaat nicht in der Bedeutungslosigkeit
verschwinden wird, so müssen wir uns mit folgenden Fragen befassen:
Wie wird sich die neue Aufgabenverteilung zwischen Staat,
Zivilgesellschaft und Individuum entwickeln? Dies sind die Fragen nach
der Neudefinition von Solidarität, öffentlichen und privaten
Gütern, nach dem Gewicht von Freiheit und Gleichheit.
Welche Wechselwirkungen bestehen zur Europäisierung und zur
Globalisierung? Hier haben wir uns mit der These von der Enteignung der
politischen Produktionsmittel durch die europäische Integration
und vor allem durch jene Prozesse, die wir unter Globalisierung
zusammenfassen, auseinanderzusetzen.
Schließlich werden wir uns fragen müssen, wie sich unter der
Bedingung einer neuen Kräfte- und Aufgabenverteilung das Regieren
und das zivilgesellschaftliche (Mit)Entscheiden praktisch entwickeln
wird. An dieser Stelle werden neue Formen von Governance zu
erörtern sein: Internationalisierung, Europäisierung,
Modifizierung der österreichischen „Governancekultur“, die Rolle
von Non-State-Actors auf nationaler, europäischer und
internationaler Ebene.