Symposium

Philipp Frank: Wien — Prag — Boston

27. — 28. September
Erwin Schrödinger Institut, Boltzmanngasse 9, 1090 Wien

 

Die Veranstaltung wird vom Institut Wiener Kreis unterstützt

Pro Referat sind jeweils 30 Min. für den Vortrag
und 30 Min. für die Diskussion vorgesehen

 

Anmeldung zur Veranstaltung:

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Das Programm als PDF-Datei:

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Montag, 27. September

 

9.00 Eröffnung: Veronika HOFER, Projekt-Leiterin

Philipp Frank und die Deutsche Universität Prag
Alena MISKOVA, Prag

Frank — a Vienna Indeterminist
Michael STÖLTZNER, Bielefeld

11.15-11.45 Kaffeepause

The Vienna Circle Manifest and Frank´s Own Philosophy of Science
VladimIr ZEMAN, Montreal

Philipp Frank on Biology
Veronika HOFER, Wien

13.45-14.45 Mittagspause

The Carnap - Dingler Controversy
SAMIR BOUKHRIS, Paris

Analyticity and Holism: Prague Alternatives
Paolo PARRINI, Florenz

16.45-17.15 Kaffeepause

17.15 Begrüßung durch den Botschafter der Tschechischen Republik Dr. Rudolf JINDRAK

German Speaking Architects in Prague 1900-1939
Zdenek LUKES, Prag

Josef Frank and Otto Neurath
Nader VASSOUGHIAN, New York

 

Dienstag, 28. September

9.00 Eröffnung des zweiten Symposiumtages: Veronika HOFER, Wien

Frank and Einstein
Don Howard, Notre Dame

Philipp Frank and Metaphysical Interpretations of General Relativity
Eduard GAJDOS, Prag

11.15-11.45 Kaffeepause

Richard von Mises and Philipp Frank: A Cooperation between Mathematics, Physics and Logical Empiricism
Reinhard Siegmund-Schultze, Kristiansand

Unified Science as Ersatz-Metaphysics?
Thomas UEBEL, Manchester

13.45-14.45 Mittagspause

Frank´s Political Philosophy of Science in North America
George REISCH, Chicago

Philipp Frank at Harvard University: His Work and Influence
Gerald HOLTON, Cambridge, MA

16.45-17.15 Kaffeepause

Personal Recollections on Hania Frank
Nina HOLTON, Cambridge, MA

Personal Recollections on Philipp Frank
Robert S. COHEN, Boston

Ca. 18.30 Abschluß des Symposiums

 

Philipp Frank

Die internationale Wiederentdeckung der Wiener Kreises und des Logischen Empirismus währt nun schon gut zwei Jahrzehnte. Sie beschränkt sich nicht nur auf dessen Verläuferfunktion für die moderne Wissenschaftstheorie und die analytische Philosophie allgemein, sondern umfasst auch die historische Rolle beider Bewegungen in der Zwischenkriegszeit und in den Vereinigten Staaten nach 1945. Die breite Forschungsarbeit zum Werk Otto Neuraths hat viele Verflechtungen des Wiener Kreises mit dem Roten Wien zu Tage gefördert. Doch entgegen früherer historischer Thesen, die vor allem die Einheitlichkeit des Wiener Kreises betonten, wird nun gesehen, dass es im Wiener Kreis Auffassungen gab, die denen Neuraths z.B. nahezu diametral widersprachen. In diesem Symposium soll herausgearbeitet werden, dass auch Wien beileibe nicht der einzige Ort des Wiener Kreises war. Am Beispiel des jüdischen Physiker-Philosophen Philipp Frank, der zuerst in Wien lebte und studierte, dann lange Zeit in Prag den Einstein-Lehrstuhl für theoretische Physik bekleidete und das letzte Drittel seines Lebens dann in Boston verbrachte, möchte das Symposium die Rolle von Boston (bzw. Harvard) und vor allem von Prag als Orte des Wirkens der modernen Wissenschaftsphilosophie in den Blick rücken.

Als Frank im Jahre 1912 als Nachfolger Einsteins an die Deutsche Universität Prag berufen wurde, geriet er bald in eine heftige Polemik mit dem Brentanoschüler Christian von Ehrenfels über die Lehren aus der Speziellen Relativitätstheorie, in deren Hintergrund auch der Kampf um das geistige Erbe Ernst Machs stand. Innerhalb der folgenden 26 Jahre seines Wirkens in Prag mischte sich Frank oft in die intellektuellen Diskussionen um die Interpretation und den Stellenwert der modernen Physik ein, sprach in öffentlichen Vorträgen und verkehrte in intellektuellen Salons. Nachdem auch die junge tschechoslovakische Republik unter T.G.Masaryk von den einander blockie­renden Nationalismen nicht verschont geblieben war, setzten sich die erheblichen Spannungen zwischen der deutschen und der tschechischen Universität in Prag fort. Frank verteidigte dabei stets das Zusammenarbeiten und suchte das Miteinander. Weit mehr als die anderen Professoren seiner Universität unterhielt er enge Beziehungen zu seinen Kollegen von der tschechischen Seite.

Während des deutschen Einmarsches war Frank auf einer Vortragsreise in den USA; schweren Herzens entschloss er sich zur Emigration. Eine Biographie Einsteins und ein Fellowship an der Harvard University gaben ihm ein erstes Auskommen. Insbesondere nach dem Tode Neuraths im Jahre 1945 trat Frank immer mehr als Organisator des Unity of Science Movements in Erscheinung. Seine wichtige Rolle für die jüngeren amerikanischen Wissenschaftstheoretiker und -historiker wird von zwei Zeitzeugen erörtert werden. Darüber hinaus sollen seine Beiträge zur Philosophie der Relativitätstheorie, zur Philosophie der Physik und Biologie und zu Fragen der Kausalität ausführlich gewürdigt werden. Die Bedeutung seiner wissenschaftssoziologischen Hinterlassenschaft wird evident durch sein beispielgebendes Verfahren, die sozialen und mentalitätsgeschichtlichen Bedingungen der Wissenschaft innerhalb eines rationalen Diskurses zu untersuchen.

Das Wiener Symposium wird vom 27. bis 29. September 2004 im Erwin Schrödinger Institut, Boltzmanngasse 9 stattfinden und vom 30. September bis 1. Oktober in Prag an der Akademie der Wissenschaften fortgesetzt werden.

http://www.vcdv.cas.cz/Frank_program.pdf

 

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