Österreichische
Forschungsgemeinschaft
ARGE
Zukunft
der
Demokratie
Auftaktkonferenz
Zukunft
der
Demokratie
in
Österreich
6. Mai
2011
Dachfoyer im
Juridicum
Schottenbastei
10-16,1010
Wien
Anmeldung

FREITAG, 6. MAI
9.00 Eröffnung
Heinrich NEISSER, Reinhard NECK (ÖFG)
Vorstellung der Arbeitsgemeinschaft
Reinhard Heinisch, Salzburg
Föderalismus und
Kompetenzzersplitterung
Föderalismus in Österreich: Probleme und aktuelle Diskussion
Ewald WIEDERIN, Wien
10.30 Kaffeepause
Kompetenzzersplitterung
Roland WINKLER, Salzburg
Aufgabenverteilung
Erich PÜRGY, Wien
Föderalismus
Franz FALLEND, Salzburg
Diskussion
Moderation: Theo ÖHLINGER, Wien
12.30–13.30 Mittagsbuffet
Zum aktuellen Politikverständnis
in Österreich
Zum Politikverständnis österreichischer Politiker
Wolfgang C. MÜLLER, Nikolaus EDER, Wien
Zum Politikverständnis der ÖsterreicherInnen
Sylvia KRITZINGER, Markus WAGNER, Eva ZEGLOVITS, Wien
Diskussion
Moderation: Katrin STAINER-HÄMMERLE, Villach
15.15–15.45 Kaffeepause
„Governance“ – Wer regiert wirklich?
Zum Einfluss von Verwaltung und Interessen auf das
Regieren
Christoph KONRATH, Wien
Zum Einfluss von Europa und Internationalisierung auf das Regieren
Oliver TREIB, Salzburg
Diskussion
Moderation: Tamara EHS, Wien
17.30–18.00 Kaffeepause
Die dreifache Herausforderung der
modernen repräsentativen Demokratie – eine Gebrauchsanleitung
für das 21. Jahrhundert
Bruno KAUFMANN, Initiative and Referendum Institute Europe
Diskussion
Ausklang bei einem Glas Wein
The „Initiative and Referendum Institute Europe“ (IRI) is a
transnational think-tank dedicated to research and education on the
procedures and practices of modern direct democracy
Die Mitwirkenden
Mag. Nikolaus EDER, Institut für Staatswissenschaft,
Universität Wien
Dr. Tamara EHS, Institut für Rechts- und Verfassungsgeschichte,
Universität Wien
Dr. Franz FALLEND, FB Geschichte, Universität Salzburg
Univ.Prof. Dr. Reinhard HEINISCH, FB Politikwissenschaft und
Soziologie, Universität Salzburg
Univ.Prof. Dr. Bruno KAUFMANN, Initiative and Referendum Institute
Europe, Marburg
Dr. Christoph KONRATH, Parlamentsdirektion, Wien
Univ.Prof. Dr. Sylvia KRITZINGER, Fakultätszentrum für
Methoden der Sozialwissenschaften, Universität Wien
Univ.Prof. Dr. Wolfgang C. MÜLLER, Institut für
Staatswissenschaft, Universität Wien
Univ.Prof. Dr. Reinhard NECK, Vorsitzender des Wissenschaftlichen
Beirats der ÖFG
Univ.Prof. Dr. Heinrich NEISSER, Präsident der
Österreichischen Forschungsgemeinschaft
Univ.Prof. Dr. Theodor ÖHLINGER, Institut für Staats- und
Verwaltungsrecht, Universität Wien
Dr. Erich PÜRGY Institut für Österr. und Europ.
Öffentliches Recht, Wirtschaftsuniversität Wien
Dr. Kathrin STAINER-HÄMMERLE, FH Kärnten – gemeinnützige
Privatstiftung, Villach
Dr. Oliver TREIB, Center of European Union Studies, Universität
Salzburg
Dr. Markus WAGNER, Fakultätszentrum für Methoden der
Sozialwissenschaften, Universität Wien
Univ.Prof. Dr. Ewald WIEDERIN, Institut für Staats- und
Verwaltungsrecht, Universität Wien
Univ.Prof. Dr. Roland WINKLER, FB Öffentliches Recht,
Universität Salzburg
Dr. Eva ZEGLOVITS, Fakultätszentrum für Methoden der
Sozialwissenschaften, Universität Wien
Die ARGE
Zukunft
der
Demokratie der Österreichischen
Forschungsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, den Zustand der
Demokratie in Österreich zu analysieren sowie den Einfluss
zentraler Herausforderungen auf die weitere demokratische Entwicklung
des Landes zu untersuchen. Dies betrifft sowohl dynamische
Veränderungen in der Gesellschaft als auch Veränderungen im
internationalen Umfeld. Die Arbeitsgemeinschaft möchte die
interdisziplinären Kompetenzen ihrer Mitglieder dazu verwenden, um
sich intensiv in die aktuelle Forschung einzubringen, einen
konstruktiven Beitrag zum öffentlichen Demokratiediskurs zu
leisten und zukünftige Forschung zu stimulieren. Ziel der
Auftaktkonferenz ist es, die ARGE öffentlich vorzustellen und
ausgewählte wissenschaftlich zu erarbeitende Themenfelder in Bezug
zu aktuellen Diskussionen über strukturelle Defizite und
Reformunwilligkeit der Politik zu setzen.
Der gegenwärtige politische Diskurs ist gekennzeichnet von
massiver Kritik am österreichischen Demokratiemodell und seinen
zentralen Einrichtungen (Parteien, Wahlsystem, Parlamentarismus,
Verfassung-Kompetenzzersplitterung, Föderalismus). Gleichzeitig
sind eine Zunahme der Politikverdrossenheit, eine abnehmende
Legitimität demokratischer Institutionen sowie wachsende Erfolge
populistischer Politik festzustellen. Dies spiegelt sich nicht nur in
Meinungsumfragen, sondern auch in Wahlergebnissen, öffentlichen
Debatten, in den editorials der Zeitungen sowie in Reformversuchen aus
jüngerer Zeit, welche die Responsivität der Demokratie
für Wähleranliegen und die Effektivität von governance
erhöhen sollten. Gleichzeitig gelang es Österreich jedoch,
seinen Wohlstand zu mehren und die europäischen
Transformationsprozesse sowie die jüngste globale Wirtschafts- und
Finanzkrise besser zu meistern als die meisten anderen betroffenen
Staaten.
Föderalismusreform und
Kompetenzzersplitterung
Föderalismusreform und
Kompetenzzersplitterung werden vielfach unter dem Gesichtspunkt der
Bürgernähe und Verfassungsästhetik diskutiert, wobei
insbesondere der österreichische Föderalismus als Beleg
für die These gilt, dass bestimmte Institutionen der Demokratie in
Österreich kaum mehr als leere Hülsen sind bzw.
Scheinfunktionen wahrnehmen. So sei Österreich in Wahrheit mehr
zentralistisch als bundesstaatlich. Weniger beachtet ist die Tatsache,
dass die Zersplitterung von rechtlicher und politischer
Zuständigkeit auch demokratiepolitisch bedenklich ist, etwa dann,
wenn WählerInnen politische Verantwortlichkeit nicht mehr zuordnen
können, oder allgemein als notwendig erachtete Reformen an zu
vielen Veto-Spielern scheitern.
Zum aktuellen Politikverständnis
in Österreich
Im medialen Diskurs findet sich
vielfach eine verkürzte Darstellung, nach der Defizite und
Besonderheiten der österreichischen Politik bei bestimmten
Akteuren und Institutionen verortet werden, ohne dass die politische
Wirklichkeit auch als Folge des allgemeinen Politikverständnisses
wahrgenommen wird; demokratisch reife Bürger und eine aktive
Zivilgesellschaft werden einer vom Machtstreben und Eigeninteressen
geleiteten Politik abgehobener Eliten gegenübergestellt. Das
Ausblenden tiefergehender und weitverbreiteter Vorstellungen zu den
Rollen von Politik und Parteien, von Demokratie und
BürgerInnenpartizipation führt zu einer verzerrten
Ursachenanalyse. In den Vorträgen sollen vor allem neueste
Forschungsdaten zum allgemeinen und spezifischen
Politikverständnis, zum Selbstbild von politischen Akteuren und
zum nachhaltigen Einfluss des Parteienstaates auf die politischen
Vorstellungen der Bürger dargestellt und Ursachen erläutert
werden.
Governance – Wer regiert wirklich?
Governance-Forschung ist ein ebenso
weitreichender wie spezieller Bereich an der Schnittstelle zwischen
Sozial- und Rechtswissenschaften. In seinen Grundzügen lassen sich
damit jedoch auch einfache Fragen des guten Regierens und dessen
Defizite in Österreich darstellen, wie etwa die Schwäche
parlamentarischer Kontrolle, die problematische Dominanz von
Parteiinteressen, die Überforderung bestimmter Institutionen sowie
indirekte und intransparente Einflussnahmen, etwa durch Länder und
Interessenverbände. Governance steht in engem Zusammenhang mit den
institutionellen Kompetenzen, also den politischen und rechtlichen
Spielregeln, wie auch mit dem Politikverständnis der handelnden
Akteure.
Initiative and Referendum Institute
Europe (IRI)
Als Keynote-Speaker wurde Dr. Bruno
Kaufmann, Leiter der Initiative and Referendum Institute Europe
eingeladen. Bruno Kaufmann ist Politologe, Konfliktforscher und
Journalist schweizerisch-schwedischer Abstammung. Er war aktiv in der
Schweizer Entwicklungs-NGO „Berne Declaration“, ist aktiver Gemeinderat
in seiner Heimatgemeinde in Schweden und war in Bürgerbegehren der
Schweiz engagiert. Zudem kann er auf erfolgreiche journalistische
Tätigkeiten bei Die Weltwoche, Die Zeit, Tagesanzeiger (CH) etc.
verweisen. Als Berater war er bei der Europäischen Kommission und
dem Europarat tätig.
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