Hans Tuppy

wurde 1924 in Wien geboren. Dem Besuch des humanistischen Schottengymnasiums und des Staatsgymnasiums I in Wien folgte das Studium der Chemie an der Universität Wien. Im Herbst 1949 ermöglichte die Vermittlung des späteren Nobelpreisträgers Max Perutz sowie ein Stipendium des British Council einen einjährigen Forschungsaufenthalt am Biochemischen Institut bei Fred Sanger in Cambridge. Dabei gelang es, die Aminosäuresequenz in der B-Kette des Insulins vollständig aufzuklären, eine Leistung, für die Sanger 1958 den Nobelpreis erhielt. Es folgte ein sechsmonatiger Aufenthalt am Carlsberg-Laboratorium in Kopenhagen sowie eine Assistentenstelle am II. Chemischen Institut und 1956 die Habilitation an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Mit der Berufung 1958 auf einen außerordentlichen (ab 1963 ordentlichen) Lehrstuhl für Biochemie an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien war die Neugründung eines Instituts für Biochemie verbunden, dessen Leitung ihm übertragen wurde. 1961 erfolgte die Wahl zum korrespondierenden, 1967 zum wirklichen Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. In seinen Forschungsarbeiten beschäftigte sich Hans Tuppy vor allem mit der Zusammensetzung und Funktion von Eiweißen und Peptiden, den Organellen der Zellatmung, und Molekülen (Antigenen) an Zelloberflächen, welche die Blutgruppenzugehörigkeit und die Infektion durch Viren bestimmen. Daneben war ihm der Dienst an der Scientific Community eine besondere Verpflichtung: 1970-1973 als Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, 1974-1982 als Präsident des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, 1983-1985 als Rektor der Universität Wien, 1985-1987 als Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1987-1989 als Bundesminister für Wissenschaft und Forschung. Ehemalige Mitarbeiter von Hans Tuppy lehren heute u.a. in Seattle, New York, Paris, Basel, Wien, Graz und Salzburg. Hans Tuppy ist Mitglied u.a. der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Halle, der Pontificia Academia Scientiarum und der Academia Europaea.

Wien, 2002

Österreichische Forschungsgemeinschaft (Hg.)
Leben und Wissen. Symposium zu Ehren von Hans Tuppy (2002)

Ludwig-Wittgenstein-Preis der Österreichischen Forschungsgemeinschaft

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