Arbeitsgemeinschaften

Übersicht

Die Österreichische Forschungsgemeinschaft zeichnet sich durch die Einrichtung von Arbeitsgemeinschaften aus, welche als interdisziplinäre wissenschaftliche Foren aktuelle Fragestellungen von zumeist öffentlichem Interesse bearbeiten und für eine Dauer von rund sieben Jahren eingerichtet werden. Die hochschulübergreifenden Arbeitsgemeinschaften ermöglichen der ÖFG, frühzeitig neue Forschungscluster und wissenschaftspolitisch wichtige Themen im Diskurs für Österreich weiterzuentwickeln und gesellschaftliche Lösungen anzuregen. Die Mitglieder treffen einander zu wissenschaftlichem Informations- und Gedankenaustausch, zur Vorbereitung von Workshops und Symposien sowie zur Vorbegutachtung, Koordinierung und Begleitung von Einzelprojekten und Initiativen. Die Ergebnisse der Workshops und Symposien werden in der Regel veröffentlicht. Die jährliche Evaluierung der Arbeitsgemeinschaften erfolgt durch den Wissenschaftlichen Beirat.

Zu bereits abgeschlossenen Arbeitsgemeinschaften finden Sie Publikationsangaben unter Druckwerke und z.T. auch unter Publikationen online.

Gute wissenschaftliche Praxis im Wandel

Leitung: Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Markus Haslinger

Seit 2002 setzen sich an österreichischen Hochschulen, ausgehend von Skandinavien und Deutschland, Richtlinien zu „guter wissenschaftlicher Praxis“ (kurz: GWP-Richtlinien) durch. Diese enthalten meist auch eine Typologie wissenschaftlichen Fehlverhaltens (wie Plagiat, Datenmanipulation, Datenerfindung oder Sabotage) und Vorschläge für den korrekten Umgang mit Meldungen von entsprechenden Verdachtsfällen. Die Arbeitsgemeinschaft wird bis 2028 die dynamische Entwicklung dieser GWP-Standards in Österreich begleiten, welche mittlerweile Einfluss auf die Gesetzgebung und auf Satzungen von Universitäten bzw. Hochschulen genommen haben. Darüber hinaus schlagen sich GWP-Richtlinien in Regeln guter Publikations- und Autorschaftspraxis, in Zitier-Leitfäden und in Vorgaben zur Generierung, Interpretation und Aufbewahrung empirischer Daten nieder.

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Internationale Beziehungen

Leitung: Univ.-Prof. Dr. Markus Kornprobst

Die Internationale Liberale Weltordnung, die sich seit dem 2. Weltkrieg unter US-amerikanischer Führung etabliert hat und von der mit dem Ende des Kalten Krieges gemeint wurde, sie könne sich weltweit durchsetzen, befindet sich in einer fundamentalen Krise. Wurden noch vor einigen Jahren die so genannten „Revisionisten“ im System, also jene Staaten, die aufgrund ihrer gewachsenen Wirtschaftskraft mehr Einfluss auf das System einforderten, als die größte Bedrohung für die Internationale Liberale Weltordnung betrachtet, so wird den Beobachtern seit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA immer deutlicher, dass die liberale Weltordnung von ihrem Zentrum her in Frage gestellt wird. Noch ist jedoch nicht klar, in welche Richtung sich das System der Internationalen Beziehungen entwickeln wird. Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft „Internationale Beziehungen“ ist der Aufbau eines interdisziplinären Netzwerks zur Erforschung des friedlichen Wandels internationaler Ordnungen.

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Digitale Transformation: Safety, Security & Privacy

Leitung: Priv.Doz. Mag. Dipl-Ing. Dr. Edgar Weippl

Die rasant fortschreitende Digitalisierung ergreift immer mehr wesentliche technische und administrative Infrastrukturen und dringt damit einerseits tief in wirtschaftliche und industrielle Prozesse und Abläufe, andererseits aber auch in den persönlichen Lebensbereich der Menschen ein. Die Digitalisierung wird eine Transformation der Gesellschaft nach sich ziehen und die individuelle Autonomie der Menschen vor neue Herausforderungen stellen. Damit sind neben den informationstechnischen Kernwissenschaften auch die Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften mit völlig neuen Themenfeldern konfrontiert. Die Arbeitsgemeinschaft „Digitale Transformation“ soll sich, wissenschaftlich möglichst breit angelegt, mit den angerissenen Themen beschäftigen und zu einer umfassenden Betrachtungsweise der mit der Digitalisierung verbundenen Probleme und Risiken gelangen und so zu ihrer Lösung beitragen.

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Kulturelle Dynamiken

Leitung: Univ.Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner

Die Gestaltung des lebensweltlichen Umfeldes durch den Menschen und seine Verortung darin unterliegt ständigen Veränderungen. Angesichts des rasanten Tempos, der Komplexität und der Tragweite solcher Veränderungen stellt sich immer dringlicher die Frage, was unsere Kultur gegenwärtig ausmacht, woher Entwicklungen kommen und wohin sie steuern. Die transdisziplinäre ARGE Kulturelle Dynamiken hat es sich zum Ziel gesetzt, Orientierung in einer sich dynamisch entfaltenden Gegenwartskultur zu schaffen, indem sie systematisch durch diachrone und synchrone Kontextualisierungen Prozesse der Formation und Transformation untersucht.

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