
Arbeitsgemeinschaften
Epigenetik
Über die Arbeitsgemeinschaft
Beschreibung
Die Epigenetik umschließt erbliche Veränderungen in der Genexpression, welche nicht durch Veränderungen (Mutationen) der DNA Sequenz bedingt sind. Durch enzymatische Modifikationen von DNA und Chromatin (Proteine zur Verpackung der DNA) wird die Struktur und Aktivität unseres Genoms festgelegt und stabil in die nächste Zellgeneration weitergegeben. Diese Prozesse können durch Umwelteinflüsse verändert werden und somit zu Auslösern von Erkrankungen werden. Besonders bei Krebserkrankungen ist der Effekt von epigenetischen Veränderungen sehr gut erforscht und Therapien, die auf epigenetische Enzyme abzielen sind bereits in der klinischen Anwendung. In den letzten Jahren hat sich das Wissen um epigenetische Vorgänge und das Verständnis für die Bedeutung dieser Mechanismen als Wirkungspfad von Umwelteinflüssen auf die Entwicklung von Lebewesen und ihre Gesundheit signifikant vergrößert. Die moderne Epigenetik vereint Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht nur aus den Lebenswissenschaften, der Chemie, der Informatik, den Ingenieurwissenschaften, sondern auch aus den Sozial- und Geisteswissenschaften wie z.B, der Ethik – bei der Beantwortung der Frage, wie Verhaltensweisen und Umwelteinflüsse die Genexpression langfristig und womöglich bis in die folgenden Generationen beeinflussen können. Primäre Ziele der ARGE sind die Förderung der Vernetzung der Akteure im Bereich Epigenetik in Österreich und damit verbunden, das Ermöglichen fächerübergreifender Diskussionen und eine verbesserte Sichtbarkeit der vielfältigen medizinischen, naturwissenschaftlichen, ethischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen dieses Forschungsgebietes.
Leitung


Weitere Mitglieder
Name | Schwerpunkt | Universität/ Einrichtung |
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Dr. Julia Arand | DNA methylation and early embryogenesis | Medizinische Universität Wien |
Univ.-Prof. Dr. Christoph Bock | Epigenomics and bioinformatics for cancer and immunology | CeMM & Medical University of Vienna |
Dr. Michael Eckerstorfer | Landnutzung und Biologische Sicherheit | Umweltbundesamt GmbH |
Assoz.Prof. Mag. Dr. Heidelinde Fiegl | Translationale Onkologie | Medizinische Universität Innsbruck |
Dr. Brigitte Gschmeidler (MAS(PR) | Wissenschaftskommunikation | Open Science – Lebenswissenschaften im Dialog |
Assoc. Prof.in PD.in Maga. Drin. Claudia Gundacker | Early Life Exposome | Medizinische Universität Wien |
Dr. Alexander G. Haslberger | Epigenetics, Aging, Personalised Nutrition | Universität Wien |
Dr. Stefan Kubicek | Chemische Epigenetik | CeMM Research Center for Molecular Medicine of the Austrian Academy of Sciences |
Dr. Sabine Lagger | Epigenetik und Tumorbiologie | Veterinärmedizinische Universität Wien |
Dr. Ingrid Metzler | Soziale, ethische und politische Aspekte der (Post-) Genomik | Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften und Universität Wien |
Prof. Dr. Angela Risch | Cancer (Epi)Genetics | Paris Lodron Universität Salzburg |
Univ.-Prof. Dr. med. Clemens A. Schmitt | Lymphoma & Leukemia, Cellular Senescence | Johannes Kepler Universität |
Univ. Doz. Dr. Georg Spiel | Neurologie/ Psychiatrie spez. Kinder/ Jugendliche | pro mente Forschung |
Ap. Prof. Dr. Mark Wossidlo | DNA methylation and early embryogenesis | Medizinische Universität Wien |
Dr. Yong Yu | Tumor Epigenetics | Johannes Kepler Universität |
Aktivitäten
2021
Am 24. September 2021 fand im Van Swieten Saal der Medizinischen Universität Wien der erste Workshop der Arbeitsgemeinschaft EPIGENETIK statt. Bei dieser Veranstaltung, die auch als offizieller Start der ARGE Epigenetik angelegt war, nahmen 38 Personen teil. Gegliedert in 3 thematische Blöcke, gaben mehrere Sprecher*innen aus unterschiedlichen Gebieten in 30-minütigen Impulsreferaten Einblick in ihr Tätigkeitsfeld. Im Rahmen einer moderierten Diskussion am Nachmittag gab es die Möglichkeit für die Teilnehmer*innen, Ideen zur Gestaltung der ARGE einzubringen. Zu den Vortragenden zählten Christoph Bock (Institut für Artificial Intelligence und CeMM, MedUni Wien), Martin Widschwendter (EUTOPS, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck), Stefan Kubicek (CeMM, MedUni Wien), Barbara Wessner (Universität Wien), Michael Eckerstorfer (Umweltbundesamt), Gabriele Werner-Felmayer (Medizinische Universität Innsbruck) und Brigitte Gschmeidler (Open Science-Lebenswissenschaften im Dialog).